Quellen

Der innerhalb des Forschungsprojekts netpioneers 1.0 gewählte Ansatz ist ein quellentheoretischer und damit sozusagen eine in der traditionellen kunsthistorischen Methodik fundierte Herangehensweise. Diese vermeintlich konservative Annäherung (konservativ im Vergleich zu sprachwissenschaftlichen oder theaterwissenschaftlichen und damit sozusagen ausser-kunsthistorischen Herangehensweisen an Netzkunst), versucht demnach keine neue Methode auf eine vergleichsweise neue Kunstform anzuwenden, sondern versteht sich durchaus im Sinne der von Paul Feyerabend entworfenen Kontra-Induktion als eine bewusst gegen den innerhalb der kunsthistorischen Disziplin zu beobachtenden latenten methodischen Umsturzdrang gewählte Möglichkeit: Eine Adaptierung bereits bestehender und bewährter Methoden zur Analyse und Beschreibung auch neuester digitaler Kunstformen.

Dass diese quellenbezogene Herangehensweise an computerbasierte Kunst ihrerseits den Einsatz neuester Technologien einfordert, hängt mit der gefundenen Hypothese der Trias der medialen Einheit von Werk, Abbild und Quelle im Fall der Netzkunst zusammen.

Es bietet sich im Fall der Netzkunst also erstmals die Möglichkeit, das Werk in seinem Entstehungsmedium (nämlich dem Digitalen) nicht nur zu begutachten, sondern unter Entwicklung einer werk-adäquaten, also performanten Methode (-> Visualisierung), Werk und Quelle im werkeigenen Medium analytisch zusammenführen zu können. Diese Kunstform kann im werkeigenen Medium sinnvoll archiviert, re-präsentiert und analysiert werden und damit der weiteren Forschung „nicht-transformiert“ zur Analyse zur Verfügung gestellt werden.