Closeness vs Dislocation – Contextualising Net-Based Art

Kunstuniversität Linz / K2 – 10.09.2007

In den 1990er Jahren erweiterte sich das Feld der Medienkunst um das Genre der Netzkunst. Explorierend und impulsgebend, die Grenzen des Mediums und des Kunstbegriffs kritisch auslotend wie überschreitend - und trotzdem oftmalig für obsolet erklärt. Das 2005 gegründete Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung. in Linz hat es sich zur Aufgabe gesetzt, diese verhältnismäßig junge Spielart der Medienkunst in kunstwissenschaftliche Forschungsabläufe zu integrieren, hierzu werkspezifische Beschreibungsformen zu entwickeln und bestehende quellentheoretische Herangehensweisen miteinander zu kombinieren. Anhand der Diskussion unterschiedlicher methodischer Zugänge versucht die Konferenz „Closeness vs Dislocation - Contextualising Net-Based Art“, Internetkunst in einen notwendigerweise interdisziplinären Kontext der Medienkunstforschung zu stellen und im Sinne des „Digital Cultural Heritage“ Fragen der Archivierung und Re-Präsentation dieser Kunstform zu thematisieren. Neben der mediengeschichtlichen Aufarbeitung der erfolgten Konstitution des Mediums Internet und den daraus zu folgernden Auswirkungen auf künstlerische Schaffensprozesse (Ted Nelson, Lev Manovich, Marc Ries), werden explizit kunsthistorische Annäherungen und Referenzen zwischen netzbasierten und traditionellen Kunstformen erörtert (Julian Stallabrass, Verena Kuni, Charlie Gere). Die Vorstellung des Archivierungs- und Dokumentationsprojektes „netzpioniere.at“ (Gunther Reisinger, Dieter Daniels,) stellt die Verbindung der theoretischen Basis mit restauratorischen und archivarischen Anwendungen her und wird demnach als angewandte Grundlagenforschung den Rahmen der Veranstaltung schließen.